Der Sinnersche Kreis: So läuft es hygienisch rund

Ein Lippenstiftabdruck auf dem Rotweinglas, Essensreste auf der Gabel, ein Schmierfilm auf dem Teller:
Für schmutziges Geschirr auf dem Tisch haben Gäste wenig Verständnis. Der erste Eindruck zählt!
Wir geben einige Informationen, Tipps und Tricks, um beim Gast von Anfang an gut anzukommen.

Professionelles Spülen

Welche Faktoren sind für ein sauberes Spülergebnis wichtig?
Vier Faktoren spielen eine Rolle, die für jeden Spülgang entscheidend sind:
• Temperatur
• Zeit
• Chemie
• Mechanik

 

Wie hängen die Spülfaktoren voneinander ab?
Alle vier Spülfaktoren können nahezu frei gewählt und unterschiedlich gewichtet eingesetzt werden.
Wichtig: Wer zwei oder mehr Faktoren verändert, muss am Ende das Zusammenspiel genau miteinander
abstimmen, um das gleiche Reinigungsergebnis zu erreichen. Beispiel: Eine Reduzierung der Temperatur
kann durch eine gleichzeitige Verlängerung der Zeit kompensiert werden.

 

Was ist der sinnersche Kreis?
Als Sinnerscher Kreis wird der Wirkungsmechanismus der oben genannten vier Faktoren beschrieben,
nach denen Reinigungsprozesse ablaufen – benannt ist der Sinnersche Kreis nach dem Chemiker Herbert Sinner.

Beispiele für Sinnersche Kreise: Beim Spülen von Hand ist der
Anteil der Mechanik (das Reiben mit der Bürste) besonders hoch.

1 – Temperatur
2 – Chemie
3 – Mechanik
4 – Zeit

Beim Spülen in einer Haushaltsspülmaschine ist der Anteil der Mechanik durch wirkungsvollere Reinigungsmittel (Chemie) und längere Spüldauer (Zeit) reduziert.

1 – Temperatur
2 – Chemie
3 – Mechanik
4 – Zeit

Welche Wirkung haben die eingesetzten Faktoren?
Temperatur
Die Temperatur löst nicht nur die Wirkstoffe des Reinigers bzw. Klarspülers schneller auf, sondern auch
die Anschmutzung vom Spülgut (insbesondere Fette). Wichtig: Sie muss immer abhängig vom Spülgut und dem
Verschmutzungsgrad gewählt werden. So vertragen einige Materialien keine hohen Temperaturen (z.B. Gläser).
Hohe Temperaturen können bei einigen Anschmutzungen aber auch die Struktur verändern,
sodass sie schwerer entfernt werden (z.B. bei Eiweiß).

Zeit
Je länger die Spülzeit, desto besser ist die Reinigungsleistung – langes Spülen und zwischenzeitliches Einweichen
nehmen einen positiven Einfluss auf das Ergebnis. Wenn das Ziel hingegen eine möglichst kurze Spülzeit ist,
müssen die anderen Faktoren entsprechend eingestellt werden, um den kurzen Spülvorgang zu kompensieren.

Chemie
Chemie (Reiniger) hat die Aufgabe den Schmutz zu lösen. Beim Einsatz der Chemie kommt es auf die richtige
Dosierung, die Konzentration und Qualität der eingesetzten Mittel an. Spezielle Inhaltsstoffe tragen abhängig von
der Anschmutzung (Fette, Eiweiße, #Verfärbungen) zum perfekten Spül- und Hygieneergebnis bei – die chemische Zusammensetzung des Reinigers kann dabei mild oder aggressiv ausfallen. Je höher dosiert oder aggressiver in der Zusammensetzung, desto besser ist die Reinigung. Aber Achtung: Zu aggressive Inhaltsstoffe oder hohe Dosierungen können das Spülgut und die Maschine beschädigen.

Mechanik
Der Faktor Mechanik sorgt dafür, dass der Schmutz vom Geschirr entfernt wird. Beim Handspülen ist
das Bürsten die Mechanik, beim maschinellen Geschirrspülen ist es das Umwälzen des Wassers durch
Pumpe und Sprüharme.

 

Welche Bedeutung hat das Wasser?
Wasser ist als Hilfsmittel für einen Spülgang unabdingbar. Es wird benötigt, um die Chemie aufzulösen,
die Temperatur aufzunehmen und mechanisch auf das Spülgut zu bringen. Dabei hat die Beschaffenheit des
Wassers Einfluss auf das Ergebnis – wichtig: Nur weil man Wasser trinken kann, muss es nicht unbedingt
ideal zum Spülen geeignet sein.

Fazit

Für gute Reinigungsergebnisse bei einem effizienten Einsatz von Ressourcen kommt es insbesondere auf
eine gut eingestellte Spülmaschine im System mit der optimalen Spülchemie an – das ideale Zusammenspiel
der im Sinnerschen Kreis beschriebenen vier Faktoren gewährleistet einen reibungslosen Ablauf in der Küche
und hinterlässt bei Gästen einen glänzenden Eindruck.

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